Geschichte Vietnams : Übersicht
Vietnam hatte sich viele Jahrtausende immer wieder auf’s neue Eroberern erwehren müssen. Hier wäre vor allem China, Japan und Frankreich zu nennen. Die USA, welche Frankreich folgten, um im Zeichen des Kalten Krieges gegen den “Weltkommunismus” zu kämpfen mussten zum erstenmal in ihrer Geschichte eine bittere militärische, wie auch politische Niederlage hinnehmen.
Doch auf den Seiten, die sich mit der vietnamesischen Geschichte befassen, soll nicht nur auf diese geschichtlichen Epochen eingegangen werden. Es soll berichtet werden von der Zeit vor Entstehung der vietnamesischen Nation, sowie seine Entwicklung bis zum 20. Jahrhundert. Dies insbesondere, weil in Europa darüber so gut wie nichts bekannt ist.
Ich und die Gastautoren haben hier nicht die Absicht eine akademisch unstreitbare Wiedergabe vietnamesischer Historie zu veröffentlichen. Denn wir sind alle keine Sinologen, Historiker oder Gelehrte der asiatischen Geschichte. Alle Personen, die an den einzelnen Seiten geschrieben haben, haben das aus Zuneigung und Leidenschaft zu dem Land und Volk von Vietnam nach bestem Wissen und Gewissen niedergeschrieben. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem für die ältere Geschichte Vietnams kaum ausreichende Quellen zur Verfügung stehen.
Vietnams Geschichte: Zusammenfassung
207 v. Chr.
Der Volksstamm der Lac Viet erobert das Reich der Au Lac. Es bekam den Namen Nam Viet, was soviel bedeutet wie “Südliches Land der Viet”. Van Lang wird zum ersten vietnamesischen Staat, dessen politisches Zentrum am Delta des Roten Flusses (Tonking-Delta) angesiedelt war.
111 v. Chr.
China eroberte Nam Viet. Seitdem wurde die vietnamesische Kultur, sowie das Staatswesen stark von der chinesischen Kultur geprägt. Damit begann eine tausendjährige chinesische Herrschaft über die Vietnamesen. Die chinesische Sprache wurde offizielle Amtssprache in Nam Viet und die chinesische Schrift wurde bis ins 20. Jahrhundert benutzt.
10. Jahrhundert
Die Chinesen wurden von den Vietnamesen vertrieben und 968 wurde das Reich von Annam gegründet. Es begann eine Zeit von Kämpfen zwischen den lokalen Herrschern. Infolge dessen entstand das reich Dai Co Viet. Jedoch existierte immer noch die chinesische Oberhoheit.
980 - 1009
Es erfolgte eine Ausdehnung der Vietnamesen bis nach Champa.
1009 - 1225
Die Blütezeit des Buddhismus und der vietnamesischen Kunst fand unter der Ly-Dynastie statt. Die Verwaltung wurde zentralisiert. Die Ly-Dynastie war die erste bedeutende Dynastie Vietnams. Staatsideologie war weiterhin der Konfuzianismus.
1069
Unter dem Kaiser Li Thanh Tong wurden die nördlichen Gebiete von Champas erobert. Die Residenz wurde Thang Long, die heutige Hauptstadt von Vietnam Hanoi.
1225 - 1400
Die Mongolen überfielen Vietnam, wurden jedoch von der Tran-Dynastie abgewehrt.
1400 - 1407
Die Ho-Dynastie wurde von den Chinesen gestürzt. Die Vietnamesen griffen den Süden des Landes an. Da diese zwei Vorgänge gleichzeitig stattfanden, waren die Vietnamesen zu sehr geschwächt um die Chinesen abzuwehren.
1407 - 1428
Die Chinesen wollten Dai Viet ihrem Reich anschliessen, konnten ihre Herrschaft aber nicht verteidigen. Damit gab es wieder eine vietnamesische Unabhängigkeit.
1428 - 1788
Die Chinesen wurden vollständig aus Dai Viet vertrieben und es begann unter der Le-Dynastie eine Zeit der Blüte der vietnamesischen Kultur und Geschichte.
1471
Die Herrscher der Le-Dynastie eroberten die Region Champa.
16. Jahrhundert
Es begann die Blütezeit der beiden Feudalgeschlechter Trinh und Nguyen.
17. Jahrhundert
Das Geschlecht der Trinh errang 1620 die Oberhand über das Geschlecht der Nguyen.Damit wurde Dai Viet in zwei Teile geteilt. Politisches Zentrum der Nguyen wurde (Phu Xuan) Huê. Reichsverweser, im Auftrag des Kaisers waren die Trinh und beherrschten das nördliche Gebiet mit der Hauptstadt Thang Long. Die europäischen Mächte Portugal und Frankreich unterstützten jeweils die rivalisierenden Geschlechter und erreichten somit die Zuspitzung der Fehden zwischen ihnen. Jedoch gegen Ende des 17. Jahrhunderts wandten sich die Vietnamesen von den zwei Mächten ab und betrieben eine Politik der Isolation.
18. Jahrhundert
Das von den Kambodschanern bewohnte Gebiet des Mekong-Delta wurde vom vietnamesischen Reich geschluckt.
1772 - 1789
Durch den Tay-Son-Aufstand wurde die Teilung des Landes zwischen den beiden Geschlechtern der Trinh und Nguyen aufgehoben. Dabei wurden die Nguyens getötet und die Trinh gestürzt.
1802
Nguyen Anh beendete die Tay Son-Dynastie mit Hilfe der Franzosen und wurde Kaiser Gia Long. Damit begann die Nguyen-Dynastie.
1804
Das Land heisst offiziell Viet Nam.
1862
Vietnam wurde gezwungen einige südliche Provinzen im Mekong-Delta an die Franzosen abzugeben. Dies geschah, weil hunderttausende vietnamesische Katholiken und hunderte katholische Priester in Viet Nam hingerichtet wurden und weil dadurch der französische Handel extrem gestört wurde.
1884
Frankreich vereinnahmte den noch nicht kolonialisierten Teil Vietnams als französisches Protektoriat. Viet Nam wurde in 3 Teile gespaltet, in Cochinchina (Süd-Vietnam), Annam (Zentral-Vietnam und Tongking (Nord-Vietnam).
1887
Die 3 Protektorate und Kambodscha wurden zu Indochina vereinigt. Das vietnamesische Volk wurde unterjocht und ausgebeutet.
1908
Nach der Niederschlagung eines vietnamesischen Aufstandes begannen wirtschaftliche Reformen.
1926
In Annam und Tongkong wurden jeweils Parlamente mit beratender Funktion und 1930 die Kommunistische Partei Indochinas gegründet. Die Kommunistische Partei Indochinas übernahm die Führunf der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung.
1940
Frankreich hatte den Krieg gegen Deutschland verloren und musste widerstandslos die Besetzung Vietnams durch die Japaner zulassen. Aber es blieb eine französische Kolonialverwaltung im Amt. Ho Chi Minh gründete die “Vietminh” die (“Liga für die Unabhängigkeit Vietnams”). Die Vietminh wurden heimlich von den Amerikanern unterstützt.
1945
Unter der Besatzungsmacht Japan wurde, mit deren Duldung, ein vietnamesischer Staat gegründet. Der Kaiser Bao Dai wurde jedoch nach der Kapitulation Japans abgesetzt und unter Ho Chi Minh wurde die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen. Die Franzosen kehrten nach Vietnam zurück und wollten einen unabhängigen vietnamesischen Staat nicht zulassen.
1946
Es begann der Indochina-Krieg. Die Franzosen errichteten eine vietnamesische Gegenregierung unter dem Vorsitz des Kaisers Bao Dai. Der Indochina-Krieg war ein sehr blutiger und mit grosser Brutalität geführter Krieg.
1954
Die Vietminh vernichteten in der Schlacht von Dien Bin Puh das französische Herr vernichtend. Die Folge davon war, dass sich Frankreich aus Vietnam zurückziehen musste. Als Ergebnis wurde Vietnam am 17. Breitengrad in einen kommunistischen Norden und einen nichtkommunistischen Süden geteilt.
1955
Im Süden Vietnams wurde Ngo Dinh Diem Ministerpräsident und im Norden wurde Ho Chi Minh Präsident der Demokratischen Republik Vietnam. Die Ostblockstaaten und China unterstützten die kommunistische Regierung im Norden und die USA übernahmen die Schutzherrschaft über die südvietnamesischen Republik.
1957
Die USA unterstützten Ngo Dinh Diem bei der Bekämpfung der kommunistischen Aufständischen im Süden Vietnams, welche über den Ho-Chi-Minh-Pfad von der nordvietnamesischen Regierung personell und waffentechnisch unterstützt wurden. Die USA begannen allmählich mit dem Ausbau ihrer militärischen Präsenz in Vietnam. Der “Vietnam-Krieg” begann.
1963
Im Süden Vietnams entstand die “Nationale Befreiungsfront Süd-Vietnams”. Die katastrophalen Misstände in Südvietnam (Korruption und vor allem die katastrophalen sozialen Misstände) brachten den Aufständischen einen ständigen Zulauf an Kämpfern. Ngo Dinh Diem wird von seiner eigenen Generalität gestürzt und später ermordet. Eine Regierungen wechselte die andere ab. Die USA waren immer involviert.
1965
Die USA traten offen in den Krieg ein. Es begann eine Internationalisierung des Konfliktes.
1968
Nach der Tet-Offensive durch die nordvietnamesischen Truppen und den südvietnamesischen Aufständischen begannen Verhandlungen. In Paris fanden Waffenstillstandsgespräche zwischen Nordvietnam und den Amerikanern und den vertretern Südvietnams statt.
1969
Ho Chi Minh starb und Le Duan wurde Führer der Kommunistischen Partei Vietnams. Südvietnamesische und amerikanische Truppen unternahmen militärische Operationen in Kambodscha und Laos.
1973
Es wurde ein Waffenstillstand zwischen der Demokratischen Republik Vietnam und den USA beschlossen und in Paris wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet.
1975
Nach einer Militäroffensive Nordvietnams auf den Süden des Landes kapitulierte am 30. April 1975 die Republik Südvietnam.
1976
Vietnam wurde wiedervereinigt. Die Führung übernahm die Kommunistische Partei Vietnams. Die “Sozialistische Republik Vietnam” wurde gegründet. Die Amerikaner erschwerten den Wiederaufbau Vietnams durch ihr Embargo.
1979
Vietnamesische Truppen marschierten in Kambodscha ein, welches zu dieser Zeit von den “Roten Khmer” in einen Friedhof verwandelt wurde. Das vietnamesische Militär blieb 10 Jahre in Kambodscha. In der Kommunistischen Partei Vietnam übernahm Nguyen Van Linh nach dem Tod von Le Duan die Macht. Durch die katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Zustände in Vietnam, wurde 1986 ein Wirtschafts-Reformprogramm eingeführt. Dadurch wurde freie Marktwirtschaft möglich.
1989
Die vietnamesischen Truppen zogen aufgrund internationalem Druck aus Kambodscha ab.
1992
Die Staatsverschuldung nahm ab und ausländische Investoren werden umworben, sowie Privatisierungen wurden möglich.
1994
Die USA beendeten ihr Handelsembargo gegen Vietnam. Zu dieser Zeit waren interessierte amerikanische Firmen durch dieses Embargo gegenüber anderen westlichen Investoren sehr benachteiligt. Das Verhältnis zwischen den USA und Vietnam verbesserte sich.
1995
Vietnam wurde Mitglied der Organisation Südostasiatischer Staaten.
Quelle: www.vietnam-freunde.net |